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Fahrradtour auf dem Elberadweg mit Kindern – Teil 6: von Dessau nach Schwarz bei Calbe

Panorama Elbaue Dessau Aken

Letzte Etappe und Homerun sozusagen. Wieder stehen mindestens ca. 45 km auf dem Plan, aber wir freuen uns auf unser Ziel – unseren Familienbauernhof in Schwarz südlich von Magdeburg, auf Pause vom Radfahren und auf frische Sachen.

Gemütlich machen wir uns vom Landhaus Dessau wieder auf den Weg, diesmal in Richtung Aken. Zunächst geht es wieder durch Wald, und dann die ganze Zeit an der Elbe entlang. Neben den Elbauen gibt es nicht allzu viel an Ereignissen auf der Strecke, hin und wieder tauchen hübsche Bauwerke auf, die zum Dessau-Wörlitzer Gartenreich gehören, zum Beispiel das Kornhaus, das eines der Dessauer Bauhaus-Bauwerke ist, oder der Elbpavillon, ein zum Ferienhaus umgebauter Turm, den man – neben einigen anderen wunderschön restaurierten Gebäuden – bei der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mieten kann.

Da wir die nächsten Tage in unserer Ferienwohnung verbringen, kann ich endlich nach Brombeeren Ausschau halten, um daraus am Ziel dann ein Gelee zu kochen. Die ganzen letzten Tage musste ich die dornigen Büsche links und rechts liegen lassen. Dabei hätte man doch kiloweise Beeren sammeln können. Entlang des gesamten Elberadweges kommt man immer mal wieder an riesigen Büschen vorbei – und heute war mein Tag. Ausgerechnet heute haben wir nur wenige Büsche gesehen, aber sicher genug für zwei bis drei Gläser Gelee. Also haben wir immer mal wieder angehalten, um ein paar Beeren zu sammeln. Gar nicht so leicht, den Kampf gegen die Dornen zu gewinnen, denn die großen Schwarzen hängen immer in der Mitte. Hinzu kommt, dass Brombeeren anscheinend grundsätzlich mit Brennesseln zusammen stehen, und außerdem auch noch jede Menge Bremsen auf uns lauerten. Wir haben uns nicht abschrecken lassen, auch wenn es viel Zeit gekostet hat.

Kurz hinter Dessau haben wir noch in Großkühnau einen Stopp eingelegt und die kleine hübsche Kirche angeschaut. Auf unserem weiteren Weg von einer Brombeerhecke aus, entdecken wir den Kühnauer See. Die Kinder wollen jetzt unbedingt baden. Wir hatten keine so rechte Lust auf Strandbad und wollten lieber eine lauschige Badestelle suchen. Die Idee ging auf (ca. 500 m nach dem Strandbad rechts rein) – ein lauschiges Plätzchen ganz für uns allein. Endlich mal in einem schönen See ohne lästige Badesachen baden – herrlich!

Schön erfrischt ging es weiter, über Felder und durch Wälder – ein kleiner Umweg durch die Kühnauer Heide, um direkt an der Elbe weiter zu fahren. Die Elbe zeigt uns hier mit der Elbaue zwischen Dessau und Aken noch mal ihr schönes Gesicht, mit ganz viel Weite und langgezogenen Elbstränden. Fröhlich radeln wir weiter in Richtung Aken und begegnen hier auch mal wieder ganz vielen anderen Radlern und vielen Familien.


Zur späten Mittagszeit lädt uns das „Fährhaus Aken“ zu einem kleinen Imbiss ein. Wir machen Halt und genießen unseren letzten Stopp auf unserer Radtour. Gut gestärkt und mit frisch gefüllten Wasserflaschen machen wir uns wieder auf den Weg. Die Sonne meint es heute noch mal gut mit uns, so dass wir uns dem Ziel schon etwas entgegen sehnen. Leider gab es nun doch noch einen weiteren Verlust zu verzeichnen – ein nicht korrekt verstautes iPhone hat der Schwerkraft nicht widerstanden. Die Spider-App war ein unschöner Nebeneffekt, zum Glück konnten wir die Fotos retten.

Um den Trübsinn zu vertreiben, radelt der Betroffene die nächsten 7 km in einem Affenzahn über die Deiche in Richtung Groß-Rosenburg. Der Rest jagte so schnell er kann hinterher. Einen ausgeschilderten Radweg gibt es hier leider nicht, daher geht es noch mal querfeldein. Außerdem werden, bedingt durch die Hitze, die Wasservorräte schneller knapp als gedacht. Wir hatten jedoch Glück, in Lödderitz tat sich dann doch sehr unerwartet und gut versteckt eine kleine „Trinkhalle“ auf. Eine Oase wie aus einer anderen Zeit mit DDR-Charme (HO lässt grüßen) – inmitten der doch eher leergefegten Ortschaften. Ich hatte schon überlegt, irgendwo zu klingeln, um nach Wasser zu betteln. Das blieb uns glücklicherweise erspart.

Der nächste Streckenabschnitt ging entlang der Landstraße weiter nach Groß-Rosenburg. Zum Glück ist diese recht unbefahren. Das Tempo wurde nun irgendwie immer schneller – wir wollten einfach nur noch ankommen. Über die kleine Ortschaft Trabitz ritten wir dann in Schwarz ein und waren nun doch heilfroh am Ziel zu sein. Mittlerweile steckten uns die Kilometer doch ganz schön in den Knochen. Noch nie war es so schön, in heimischen Gefilden anzukommen.

Wer keine private Unterkunft hier in der Gegend hat, kann auch prima im Saalehof in Gottesgnaden (nur ca. einen km von Schwarz entfernt) übernachten.

Zeit für ein kleines Fazit!

Die Radtour war ein sehr schönes Familienerlebnis, mit Zeit für gute Gespräche, gemeinsamer Anstrengung, Zeit zum Nachdenken und sich auch hin und wieder mal gegenseitig zu motivieren. Die Kinder waren wunderbar entspannt durch die tägliche Ausarbeitung und es hat ihnen super gefallen. Am Ende waren wir alle ganz schön stolz auf uns, es geschafft zu haben.

Noch ein paar Tipps:

Ein Ladeakku für unterwegs macht sich gut, wenn man mit dem Handy navigiert.

Wir hatten fünf Packtaschen, jeweils zwei für jeden Erwachsen und eine größere für die Kinder. Dazu zwei kleinere Rucksäcke für Proviant. Für sechs Tage ausreichend, einmal wurde zwischendurch etwas gewaschen. Regensachen hatten wir nicht dabei, weil durchweg sonniges Wetter angesagt war.

Die Übernachtungen haben wir vorher gebucht. Das war auch gut so, da doch einige Radler unterwegs sind. Zumindest mit Kindern, da ist es nicht egal, ob man noch mal fünf, zehn oder 20 Kilometer dranhängen muss.

Unsere Räder haben prima durchgehalten, es ging nichts kaputt.

Aus den geplanten ca. 35 km/Tag wurden auf wundersame Weise immer mehr Kilometer, meist 45 oder 50 km am Tag.

Das Wetter sollte man mit einplanen. Wir hatten Glück und nur an einem Tag einen Gewitterguss. Bei Regen und Wind ist es sicher sehr anstrengend und man kommt evtl. nicht so gut voran.

Die Übernachtung in Hotels ohne Selbstversorgung ist kein günstiges Unterfangen. Wir haben es nur einmal geschafft, als Abendessen etwas Eingekauftes zu picknicken, weil es gerade gut mit den Einkaufsmöglichkeiten gepasst hat. Ansonsten muss man das noch mit einplanen, zumindest kommt man nicht zufällig an Läden vorbei. Überhaupt gab es stellenweise nur sehr spärlich Orte, an denen man etwas kaufen konnte, außer in der Nähe von größeren Ortschaften.

Nicht ohne meine Fahrradhandschuhe und ohne Radlerhose!

Nach drei Tagen Radeln ruhig mal einen Tag Pause machen oder weniger Kilometer fahren – eine Wohltat für das Hinterteil, und man kann die Zeit nutzen, um sich in schönen, historischen Städten umzusehen (wie z.B. Torgau, Wittenberg oder Dessau).

Alle Artikel der Radtour gibt es hier.

Leider schon zu Ende.

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