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Florida mit Kindern – Teil 1: American Way of Life

Wenn es in Deutschland so richtig kalt ist und der Frühling noch in weiter Ferne ist, dann ist die beste Zeit um in Florida Urlaub zu machen, Sonne und Kraft zu tanken. Dem Februar mit seiner eisigen Kälte, dem kalten Wind und den trüben Tagen, all dem kann man hier wunderbar entkommen. Und wenn man zurückkehrt, dann sind auch die ersten wärmenden Frühlingssonnenstrahlen in der Heimat nicht mehr weit …

Und so besteigen wir, helle Vorfreude im Gepäck, den Flieger von Dresden via Düsseldorf nach Fort Myers (Nonstop-Flug Düsseldorf–Fort Myers mit Air Berlin). Aber bevor es soweit ist, müssen erstmal noch 10 Stunden Flug vergehen. Das ist schon ein bisschen anstrengend, aber dank des tollen Inflight-Entertainment-Systems (Tablets in den Sitzlehnen, auf denen man eine große Auswahl an Filmen, TV-Serien, Musik und Spiele findet) und der guten kulinarischen Versorgung an Bord (inkl. Gin&Tonic for free) lässt es sich aushalten. Wir sind gebrannte Kinder und wissen, dass die Ankunft noch nicht erfolgt ist, wenn man gelandet ist, sondern erst nachdem man noch ca. eine Stunde an der Einreisekontrolle der US-Einwanderungsbehörde angestanden hat (Fingerabdrücke, Foto und Smalltalk). Dafür ist das Gefühl, wenn man aus dem überschaubaren Flughafen in Fort Myers in die wärmende Sonne tritt, die ersten Palmen sieht und sich erst mal in die Sonne legt: einfach unbeschreiblich. All die Anreisestrapazen sind dann schnell vergessen, ebenso die Müdigkeit. „Schnell“ noch den Mietwagen abholen und dann ab in den Urlaub …


Unsere Reiseziel ist Cape Coral. Eine Stadt, die erst ab 1970 entstanden ist und nur ca. 150.000 Einwohner hat – im Winter allerdings deutlich mehr, da auch die Nord-Amerikaner hier gerne dem kalten Winter entkommen. Snow-Birds werden diese liebevoll genannt, und Snowbirding hat sich tatsächlich auch als ein eigener Reisetrend etabliert, zumindest gibt es hier jede Menge Angebote, die mit diesem Schlagwort werben. Wenn ich mir ein perfektes Leben wünschen würde, wäre es genau so. Den Sommer in Deutschland genießen und den Winter in Florida in der Sonne verbringen.

Vorbei an vielen Palmen, ursprünglicher Natur, dem Meer, großen schönen Häusern geht es weiter auf amerikanischen Schnellstraßen über die Cape Coral Bridge zu unserer Ferienwohnung (Achtung: für die 2 US$ Brückenmaut sollte man schon Kleingeld dabei haben, da hier keine Kartenzahlung möglich ist).

Der Sohn klebt derweil mit dem Gesicht an der Scheibe und ruft uns hinten schon mal alle gesichteten Automarken zu, garniert mit großen Ahhhs und Ohhhs, und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Ich frage mich, woher er die wohl alle kennt und stelle fest, dass man schon als Kind jede Menge „unnützes“ Wissen ansammelt. Aber umso schöner, wenn er jetzt einmal alle in echt sieht und Fotos machen kann. Später sollte er auch noch mit der Sichtung eines McLaren P1 belohnt werden.

 

Unsere Ferienhaus liegt im Süden Cape Corals im sogenannten Pelikanareal, welches erst zu einer späteren Zeit bebaut wurde. Die Viertel sind in Rastern angelegt, es gibt viele Kanäle, die mit dem Golf von Mexiko verbunden sind. Natürlich mit dem großen Vorteil, dass man sein Boot gleich am Haus zu Wasser lassen kann. Bei unserem letzten Urlaub vor vier Jahren hatten wir auch ein Haus mit Wasserzugang an einem größeren See – Sonnenuntergang und Delfinbesuch täglich inklusive. In diesem Jahr gibt es keinen Wasseranschluss, da schlichtweg einfach alles ausgebucht war. Florida und speziell die Region um Fort Myers/Cape Coral erfreuen sich – auch dank der guten Anbindung über Air Berlin – immer größerer Beliebtheit unter deutschen Urlaubern, sodass man die Flüge schon rechtzeitig buchen sollte, um noch einen günstigen Preis zu ergattern (ca. 600 Euro für den Hin- und Rückflug). Wir finden: zu Recht, da es super einfach ist, sich hier zurecht zu finden, und die Region unglaublich viel Natur und Staunenswertes zu bieten hat.

Das Ferienhaus hat – wie so ziemlich alle Häuser hier – einen eigenen Pool und ist ansonsten amerikanisch-großzügig geschnitten: großer Eingangsbereich, offene Küche mit Tresen, drei Schlafzimmer (jeweils inklusive Ankleidezimmer), ein großes und ein kleines Bad – und natürlich eine überdachte Terrasse mit dem obligatorischen großen Gasgrill. Besonders komfortabel ist der Zugang zum Haus von der Garage: Ankommen, Garage mit der Fernbedienung öffnen, reinfahren, Einkäufe & Gepäck ausladen – praktisch auch mit direktem Durchgang zur Küche. Während die Kinder sofort den beheizten Pool stürmen, durchstöbern wir Eltern erstmal die netten Features im Haus und finden: eine Herd und eine Mikrowelle mit lustigen Buttons für alles Mögliche („Kids Meal“, „Popcorn“ ), eine riesige Waschmaschine und einen ebenso großen Trockner – in den Geräten kann man schon mal die Sachen einer kleinen Kompanie auf einmal waschen, wofür man zu Hause schon mal mindestens 3 Waschgänge bräuchte. Ein Kühlschrank mit Eiswürfelbereiter (Crushed Ice, Ice Cubes und gefiltertes Wasser) ist natürlich ebenso vorhanden. Außerdem gibt es natürlich einen „Insinkerator“, der in die Spüle eingebaut ist. Mit diesem lassen sich Essenreste im Nu zerkleinern und werden einfach mit weggespült. Das erspart die Biotonne (und die durch sie angelockten „Mitesser“), aber wir wissen ein paar Tage später, dass das Wunderding auch seine Tücken hat (nein, Hände sind nicht zu Schaden gekommen, aber wenn es verstopft, ist es auch relativ unappetitlich, diese wieder zu beseitigen).

Da nun doch die Müdigkeit durchkommt, machen wir uns noch schnell auf den Weg zum Supermarkt, um uns mit dem Nötigsten einzudecken. „Mal schnell“ ist relativ, da auch die kleineren Publix-Märkte schon eher riesig sind – man braucht durchaus eine Weile, bis man sich hier durchgearbeitet hat. Abgesehen davon, muss man sich natürlich erstmal mit den ganzen Produkten vertraut machen. Das ist für uns immer sehr spannend, weil meistens inspirierend. Empfangen wird man erstmal mit einer prima Auswahl an frischem Obst und Gemüse (im Ganzen oder auch schon fertig geschnitten und verpackt) und natürlich frischem Fisch und saftigem Rindfleisch in allen Varianten. Es fällt sofort auf, dass die gesünderen Sachen schon preislich eher gehoben sind, d.h. sich hier gesund zu ernähren, funktioniert durchaus, aber es hat seinen Preis. Man hatte das Gefühl, dass es kaum Produkte gibt, die nicht mindestens 3-5$ kosten.  An der Kasse waren wir dann auch wenig überrascht, dass hier beim Einkauf grundlegender Sachen schon mal die ersten kleineren dreistelligen Beträge auflaufen und die Kreditkarte warmlaufen lassen. Das liegt nicht nur an dem aktuell ungünstigen Dollarkurs, sondern auch an einer allgemeinen Preissteigerung in den letzten Jahren. Dafür ist das Benzin immer noch sehr günstig (ca. 60 ct./Liter). Also lieber viel rumfahren statt viel essen, ging uns durch den Kopf. Wir haben uns für beides entschieden, schließlich wollten wir auch jede Menge sehen. Die Einkäufe werden übrigens im Supermarkt von einem Mitarbeiter verpackt und auf Wunsch auch direkt zum Auto gebracht – dies ist im Preis inbegriffen. Aber da wir noch nicht ganz so altersschwach sind, haben wir das doch lieber selbst erledigt. Im Übrigen kann man hier, wenn man nicht mehr so gut zu Fuss oder nicht so gerne bewegt, auch mit einem Elektrodreirad durch den Supermarkt cruisen – im Walmart ist das durchaus angebracht, da er so extrem groß ist, dass wir dort einmal auch für einen größeren Einkauf locker 1,5 Stunden zugebracht haben.

Zum Essen sind wir an unserem ersten Abend fast zu müde. Das holen wir dann gegen 4 Uhr früh nach. Mit der Zeitverschiebung (in Florida ist es 6 Stunden früher) haben wir die ersten 2-3 Tage leicht zu kämpfen. Das macht aber nicht wirklich etwas, da man ganz ungestört seinen eigenen Rhythmus leben kann. Es ist ja Urlaub.

Also fallen wir müde und erschöpft von den vielen Eindrücken in unser gemütliches Kingsize-Bett.

Florida mit Kindern – Teil 2: Sightseeing, Restaurants und Shopping
Florida mit Kindern – Teil 3: Sonne, Strand und unberührte Natur erleben

Schöne von uns getestete Ferienhäuser:
Villa Frangipani
Villa Palm Island

Mietwagen für Florida am besten von Deutschland aus buchen, da es auf jeden Fall günstiger ist. Kleiner Tipp: Bei der Abholung vor Ort werden Upgrades angeboten, meist kann man den Preis für das Upgrade um 50% für die höhere Klasse herunterhandeln. Also lieber vorher eine Klasse kleiner reservieren.

Günstige Flüge nach Fort Myers gibt es bei Air Berlin

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